Glück und Unglück sind Nachbarn!

Peter Wang über die All in Print China 2020
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Glück und Unglück sind Nachbarn!

Peter Wang über die All in Print China 2020

Siebzigtausend Besucher an fünf Messetagen, in der Hälfte der sonst üblichen Hallen: Für KURZ war die „All in Print China 2020“ (AIP) eine der ersten Live-Messen während der Corona-Pandemie, und sie war alles andere als normal. OROFIN sprach mit Peter Wang (Produktmanager im Bereich Grafik) von KURZ Stamping Technology (Hefei) Co., Ltd. über die Auswirkungen von Corona auf Messen aus Sicht eines Ausstellers.

 

Herr Wang, wie haben Sie die Corona-Pandemie in Ihrem Heimatland erlebt?

Sie sieht aus wie ein Kreislauf aus Sorge, Akzeptanz, Langeweile, Anpassung – und wieder Sorge vor einer zweiten Welle. Natürlich hat sich mein Alltag radikal verändert: Masken tragen, soziale Distanz, QR-Code zum Gesundheitszustand, internationales Reiseverbot, regionaler Lockdown und nicht zuletzt der wirtschaftliche Umschwung. Als positiver Nebeneffekt der Pandemie habe ich deutlich an Gewicht verloren, da ich weniger Zeit auf Geschäftsreisen und mehr Zeit mit Sport verbracht habe. „Glück und Unglück sind Nachbarn“ lautet ein chinesisches Sprichwort, also blicken wir optimistisch in die Zukunft!

KURZ trifft viele seiner Kunden auf Messen. Hatten Sie auf dem Höhepunkt der Krise in China überhaupt gehofft, dass Sie im Jahr 2020 eine richtige Messe besuchen werden?

Wir hatten keine Ahnung, wie lange und wie stark das Coronavirus unser Geschäft beeinträchtigen würde. Nachdem die „Printing South China 2020“ zunächst verschoben und später abgesagt wurde, waren wir alle geschockt, dass auch die DRUPA verschoben wurde. Aufgrund der Quarantäne und des Lockdowns kam ich zu dem Schluss, dass es zumindest im Jahr 2020 schwierig sein würde, Präsenzmessen zu besuchen. Allerdings haben sich die Dinge schneller gewandelt als erwartet. Die „LUXEPACK SHANGHAI“ fand trotz COVID-19 im Juli statt.

Es wurden verschiedene Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus getroffen.

Wie wurde die „All in Print“ im Vergleich zu Zeiten vor Corona umgesetzt? Was waren die Herausforderungen?

Die größte Herausforderung bestand darin, die richtige Balance zwischen proaktiven Virenschutzmaßnahmen und der Minimierung aller Unannehmlichkeiten für die Besucher zu finden. Neben dem Masketragen, dem QR-Code zum Gesundheitszustand und der App zur Nachverfolgung des Reiseverlaufs wurde die Temperatur der Teilnehmer mit einem Thermometer überprüft. Zum ersten Mal führte die AIP die „Echtnamen-Registrierung“ ein. Die Teilnehmer mussten ihren Personalausweis oder Reisepass vorher registrieren und ihre Ausweise am Lesegerät am Messeeingang scannen. Aber alle Maßnahmen waren gut organisiert und effizient, es gab keine langen Schlangen, und ich persönlich empfand keine nennenswerten Unannehmlichkeiten im Vergleich zu früheren Messen. Eine offensichtliche Auswirkung der Epidemie war jedoch, dass die Anzahl der Messehallen stark reduziert wurde: von den üblichen 13 oder 14 auf nur sieben im Jahr 2020.

Was war trotz oder gerade wegen der Krise besonders gut am AIP-Auftritt von KURZ?

Mit dem größten KURZ-AIP-Stand aller Zeiten (160 Quadratmeter) und einer vier Meter hohen Monitorwand hatten wir optimale Präsentationsmöglichkeiten für unsere Innovationen und Markttrends wie Nachhaltigkeit, Digital Metal®, LUMAFIN®, DREAMCOMPOSER® und weitere Themen. Darüber hinaus waren unsere neu konzipierten Vor-Ort-Seminare an allen fünf Messetagen ein echter Anziehungspunkt und Publikumsmagnet. Die Seminare funktionierten sogar besser als wir erwartet hatten und machten den KURZ-Stand zum meistbesuchten und auffälligsten auf der Messe, trotz der allgemein geringeren Besucherzahl.

Im Rückblick beschränkt sich Innovation nicht nur auf revolutionäre Technologien und Produkte, sondern betrifft auch viele Aspekte unserer täglichen Arbeit wie Marketing, Service, Vertrieb usw. Wir werden sicherlich auch weiterhin innovative Messeauftritte in China gestalten, um die Marke KURZ als Branchenführer zu stärken.

LEONHARD KURZ präsentierte die neueste Produkte und Lösungen rund um Nachhaltigkeitm Heißprägen, Kalttransfer, DIGITAL METAL® und TRUSTCONCEPT®.
links: Peter Wang, rechts: Sifu Cao (Business Development Manager Digital Metal – China)

Was hat die Messebesucher bei KURZ besonders beeindruckt? Was waren Ihre persönlichen Highlights?

Unsere Hauptthemen waren Nachhaltigkeit, Heißprägen, Kalttransfer, Digital Metal® und TRUSTCONCEPT®. Zu jedem Thema präsentierten wir die neuesten Produkte und Lösungen von KURZ, zum Beispiel LUMAFIN® und Nanoprägung für das Heißprägen, KPW XU und ST für den Kalttransfer und DM-JETLINER® für Digital Metal®. Die HP Indigo 6900 + DM-JETLINER®, eine Zusammenarbeit mit unserem Partner HP Indigo und Syntax, war ein besonderes Highlight. Täglich gab es zwei Maschinenvorführungen auf verschiedenen Substraten. Produziert wurde eine schöne digitale Metallisierung mit einem Überdruck, zum Beispiel kundenspezifische Etiketten für Bravo, einer lokalen chinesischen Craft-Brew-Marke. Mir persönlich gefiel neben der Maschine vor allem das Design, die faszinierende Anziehungskraft der Metallisierung/Dekoration. Der erstmals präsentierte DREAMCOMPOSER® erhielt sofort positives Feedback von den Designern und vom Markeninhaber. Und die beiden Musterwände für Etiketten und Verpackungen mit beeindruckenden Designmustern von Leonhard Kurz Deutschland und von LUXORO waren immer umringt von Marketing- und Designfachleuten, die großen Einfluss auf Produktverpackungen haben.

Wie hat COVID-19 die Bedeutung von Messen geprägt und welche Rolle spielen aktuell digitale Events in China?

In der ersten Jahreshälfte wurden in China über 6.000 große Messen wegen der Corona-Epidemie abgesagt, obwohl das Reiseverbot gelockert wurde. Dennoch sind die meisten Mitarbeiter eher zurückhaltend, wenn es um Geschäftsreisen geht, so dass Face-to-Face-Marketing eher eine seltene Ausnahme ist. Um ein Beispiel für die Wertschätzung von Live-Messen nach der Pandemie zu nennen: Ich unternahm vor einer Woche eine Geschäftsreise nach Wuhan, der Stadt in China mit dem schlimmsten COVID-19-Ausbruch. Es war extrem schwierig, ohne Reservierung ein Hotelzimmer zu bekommen, denn viele Live-Messen und Foren, die zuvor verschoben wurden, finden nun dort statt.

Und ausgelöst durch den Aufruf „zu Hause zu bleiben“ am Anfang des Jahres, boomen auch die virtuellen Events. Für diejenigen, die nicht nach Shanghai reisen konnten, bot der AIP-Veranstalter die Online-Plattform „All in Print Cloud“ an, die bis zum 10. November zugänglich war. Viele Unternehmen der Druckindustrie und die meisten Branchenverbände/Medien haben ihre eigene digitale Marketingplattform eingerichtet, welche aus WeChat/Weibo, Livestream, Webinar, Zoom oder Tencent Video-Marketing-Meeting besteht. So konnte ich in meinem WeChat Momente mehrere Webinar-Sessions oder virtuelle Foren verfolgen, was vor COVID-19 kaum vorstellbar war.

Die Messe zog nichtsdestotrotz fast 70.000 Besucher an.

Erkennen Sie einen Trend zu Hybrid-Events?

Hybrid-Events sind eindeutig ein Trend. In China sind sie bereits die „neue Normalität“. Die meisten Veranstaltungen, die ich dieses Jahr besucht habe, hatten auch ein virtuelles Pendant. Doch ich glaube, dass das Besuchererlebnis auf einer virtuellen Messe noch weiter verbessert werden muss, und zwar in Bezug auf alles, was auf einer Live-Messe wichtig ist, d. h. Informationen, Produktpräsentation, Interaktionen, Kontaktvermittlung und persönliche Kommunikation.

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