Circular thinking –

so schließen wir den Kreislauf!
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Circular thinking –

so schließen wir den Kreislauf!

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschutz sind für KURZ seit Jahrzehnten ganz oben auf der Agenda. Von den ersten Ansätzen zur Luftreinigung bis zum Life Cycle Thinking unserer Tage hat das Unternehmen konsequent daran gearbeitet, die eigene Nachhaltigkeitsstrategie mit Blick auf geschlossene Wertstoffkreisläufe zu schärfen. Und gemeinsam mit den Kunden nachhaltige Lösungen für einzigartige Produkte zu finden – im Verpackungsdesign genauso wie im Produktdesign – bei Kartonagen und Papier ebenso wie bei Kunststoffteilen.

 

Design for Recycling ist eines der aktuellen Buzzwords in vielen Industrien – und die Kunden weltweit stehen vor großen Herausforderungen, was das Recycling ihrer Produkte betrifft. Doch so vielfältig die Aufgaben sein mögen: Nachhaltigkeit und das Denken in Wertstoffkreisläufen haben bei KURZ-Tradition. Die Dekorationslösungen von KURZ beeinflussen die Recyclingfähigkeit der Endprodukte nicht. Und auch bei neuen Technologien setzt KURZ auf nachhaltige Lösungen, z. B. mit Digital Metal im Printbereich, wo das Unternehmen spezifisches Know-how rund um die digitale Dekoration mit Metalleffekten entwickelt hat und als nachhaltige Komplettlösung aus Druckmaschine und spezialisierter Dekorationslösung anbieten kann. So lassen sich mit KURZ-Prägeverfahren die Endprodukte trocken, mit minimal dünnen Schichten veredeln. Und auch bei dem nur 12 µm dünnen Träger der Dekorationsschichten sind wir auf bestem Wege einen sortenreinen Recyclingprozess zu realisieren.

Dabei versteht KURZ sich als Partner seiner Kunden: als erfahrener Berater, als Technologieexperte für Veredelung – und letztlich als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Die Kunden honorieren das, nicht zuletzt aufgrund der Qualität der gefundenen Lösungen. Wie eine solche Partnerschaft konkret aussieht und was KURZ unternimmt, um seine Kunden optimal in Fragen geschlossener Wertstoffkreisläufe zu unterstützen, darüber sprach die Redaktion mit Vorstand Walter Kurz und Senior Vice President Global Technology Ralph Hopfensitz.

 

Orofin: Herr Kurz, warum ist Nachhaltigkeit so wichtig für KURZ?

WK: Wir haben die Nachhaltigkeit in unseren Unternehmenszielen verankert, um für jeden Mitarbeiter, aber auch für jeden Kunden klar zu machen, wie wir unser Geschäft verstehen. Nachhaltigkeit ist eine Voraussetzung dafür, dass wir erfolgreich arbeiten können – heute und morgen. Und mit Life Cycle Thinking tragen wir das auch nach außen. Unsere Kunden sollen die Sicherheit haben, dass sie mit KURZ in allen Fragen der Nachhaltigkeit ihrer Dekorationsprozesse den richtigen Partner zur Seite haben.

Walter Kurz

Orofin: Herr Hopfensitz, was konkret hat der Kunde von Life Cycle Thinking? Und wie wirkt sich das auf die Nachhaltigkeit seiner Dekorationsprozesse aus?

RH: Im Grunde genommen geht es bei Life Cycle Thinking darum, den kompletten Lebenszyklus eines Verpackungsprodukts oder eines Designteils zu betrachten und sicherzustellen, dass die Wiederverwertbarkeit des Materials nicht eingeschränkt wird, also sich die Produkt- oder Dekorqualität nicht ändert, wenn das Material werkstofflich recycelt wird. Der Vorteil für den Kunden liegt darin, dass wir im Rahmen von Life Cycle Thinking die Produkte und Prozesse gemeinsam mit ihm gestalten, so wie er sie braucht, um ein zu 100 Prozent recyclingfähiges Produkt zu erhalten.

Ralph Hopfensitz

Orofin: Dann ist Life Cycle Thinking so etwas wie ein Nachhaltigkeitsnachweis?

RH: Ja, weil Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit, Material- und Dekorqualität natürlich das erklärte Ziel von Life Cycle Thinking sind. Entscheidend für uns ist es, Werkstoffkreisläufe zu schließen. Ob das der Recyclateinsatz im Kunststoffbereich ist oder die Sicherheit, dass mit KURZ-Produkten veredelte Papiere und Kartonagen problemlos recyclingfähig sind.

Orofin: Und inwiefern brauchen die Kunden da Ihre Beratung?

WK: Das liegt vielfach daran, dass es keine einheitliche Definition gibt, was denn mit Recycling genau gemeint ist, bedingt durch wachsende regionale Unterschiede im Umweltbewusstsein und der entsprechenden Gesetzgebung weltweit. Und da KURZ als Global Player mit diesen Fragen auf den Märkten weltweit konfrontiert ist, profitieren die Kunden unmittelbar von diesen Erfahrungen, wenn es um eigene Entwicklungen und Recyclingfragen in unterschiedlichen Ländern geht.

RH: Ich würde gern noch einen Schritt weiter gehen: Wir reden mit Kunden weltweit immer öfter nicht nur über die Nachhaltigkeit von dekorierten Produkten und Verpackungen, sondern zunehmend auch darüber, was wir zum Thema Dekoration und Verschönerung von recycelten Materialien tun können. Oder welche Besonderheiten z. B. die Dekoration von biobasierten Kunststoffen mit sich bringt. Dabei geht es zum Teil auch um adäquates Recyclingmanagement, indem die Recyclingfähigkeit sowohl für das KURZ-Produkt als auch die Kombination aus Kundenprodukt und KURZ-Dekoration gezielt entwickelt und im Sinne international vergleichbarer Zertifikate nachgewiesen wird.

WK: Außerdem arbeiten wir mit Hochdruck an einem neuen Konzept zum mechanischen Recycling unserer PET-Träger entwickelt. Ein extrem anspruchsvolle technologische Herausforderung, die wir nur deswegen meistern, weil wir bei KURZ auch eine Jahrzehnte lange Expertise in der Kunststoffverarbeitung und Dekoration entwickelt haben. Der PET-Träger bleibt nach dem Applizieren der Dekorschichten als wertvoller Rohstoff übrig, der durch entsprechende Behandlung werkstofflich recycelt werden kann. Dabei arbeiten wir eng mit externen Partnern und renommierten Instituten zusammen, um hier auch die aktuellsten Entwicklungen integrieren zu können. Und weil wir die Lackformulierungen für unsere Dekorschichten selbst entwickeln, können wir von Anfang an darauf achten, dass diese allen Anforderungen der existierenden Recyclingtechnologien entsprechen.

Typischer Aufbau eines KURZ-Dekorationsprodukts

Zur Dekoration des Endprodukts werden lediglich die Lackschichten vom PET-Träger auf die Produktoberfläche übertragen. Der PET-Träger selbst wird nicht aufgebracht, sondern in der Veredelungsmaschine wieder aufgewickelt. Das heißt, bei der Dekoration mit einem KURZ-Produkt werden lediglich ultradünne Metall- bzw. Lackschichten übertragen, die das Recycling des dekorierten Produkts normalerweise nicht beeinträchtigen.

Orofin: Das heißt: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind bei KURZ permanent Thema?

WK: Wir sind hier seit Mitte der 70er Jahre aktiv, und was mit der Optimierung unserer eigenen Fertigungsstätten begann, hat sich mittlerweile zu einem echten Erfolgsmodell auch bei unseren Kunden entwickelt. Denn mit unseren Produkten bieten wir Lösungen zur Veredelung von Oberflächen an, die mit einem niedrigeren Ausstoß von Treibhausgasen und insgesamt sehr wenig Energieeinsatz trocken appliziert werden können. Das heißt, der Verarbeiter hat bei sich vor Ort weder eine Lösungsmittelproblematik, noch muss er eine Grundwassergefährdung durch irgendwelche Flüssigkeiten im Zusammenhang mit der Dekoration befürchten. Wir verstehen das als hervorragendes Beispiel dafür, wie man Nachhaltigkeit bis zu Ende denkt und eine solche Lösung gibt es meines Wissens nur von KURZ.

Orofin: Aber Nachhaltigkeit ist doch mehr als Recycling?

RH: Ja, das stimmt. Im Gespräch können wir die vielen anderen Aspekte der Nachhaltigkeit ansprechen, von der Energieeffizienz der Produktion bis hin zu optimierten Logistikprozessen. Erst kürzlich haben wir dabei eine der neuen Herausforderungen unserer Kunden aufgegriffen, da geht es um die Kompostierbarkeit von Transferbeschichtungen auf dekorierten Verpackungen. Unser Nachhaltigkeitsteam hat sich des Themas angenommen und dafür Lösungen entwickelt, die dann mit externen Partnern verifiziert wurden. Am Ende steht ein DIN-Certco-Zertifikat, das dem Kunden Kompostierbarkeit von Papierverpackungen mit unserer Transferbeschichtung LUXOR® MTS 220 nach DIN EN 13432 bescheinigt. Das kann er gegenüber seinen Stakeholdern vorweisen.

„Nachhaltigkeit ist einerseits eine Frage der Haltung, aber andererseits eine Frage der Technologie. Und schließlich eine Kombination aus beidem.“

Walter Kurz

WK: Wobei ich noch unterstreichen möchte, dass wir eine solche Zertifizierung nicht als einmalige Bestätigung einer Produkteigenschaft verstehen, sondern als Ansporn, hier in allem noch besser zu werden. Für uns ist es z. B. selbstverständlich, einmal erreichte Umweltstandards in unserer Organisation weltweit zu etablieren, wenn dies technisch und wirtschaftlich möglich ist. Und: Wir arbeiten als Unternehmen intensiv daran, unseren jetzt schon sehr geringen CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren.

Orofin: Und was bedeutet das nun konkret für die Kunden?

WK: Dass sie von KURZ herausragende Dekorationsprodukte bekommen – und die entsprechend nachhaltige Technologielösung dazu, damit sie nachhaltige, perfekt dekorierte Produkte und Verpackungen zu marktfähigen Preisen anbieten können. Weil wir sie und ihre Herausforderungen verstehen. Und weil es uns gelingt, nachhaltige, ökologisch verträgliche Wertschöpfungsketten gemeinsam mit den Kunden umzusetzen.

RH: Vor allem im Kunststoffverpackungsbereich findet derzeit ein Umdenken statt. Recyclingorientiertes Produktdesign wird immer wichtiger, um Kunststoffe nach dem Gebrauch wieder in Rohstoff zu verwandeln und sie von Mülldeponien und Verbrennungsanlagen fernzuhalten. Wir unterstützen unsere Kunden dabei: als Platin-Mitglied von RecyClass, einer Initiative, die der Kunststoff-Wertschöpfungskette intelligente Verfahren und Bewertungskriterien für recyclingorientiertes Produktdesign von Verpackungsprodukten bereitstellt. KURZ gehört außerdem zu den ersten Mitgliedern der Cepi1-Initiative 4evergreen, die das Ziel verfolgt, die Vorteile von papier- und kartonbasierten Verpackungen in einer Kreislaufwirtschaft aufzuzeigen und ihre Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu minimieren.

Orofin: Also treiben Sie Recycling auch auf internationaler Ebene voran?

WK: Man muss da natürlich immer sehen, was technisch machbar und wirtschaftlich darstellbar ist. Es macht keinen Sinn, ein Produkt zu recyceln, das dann keine Verwendung findet, weil es schlicht zu teuer ist oder nicht die passenden Eigenschaften hat. Umso wichtiger ist es, das Verpackungsdesign mit RecyClass zu bewerten und durch Designänderungen für bestimmte, definierte Recyclingpfade zu qualifizieren. In der Beratung unseres Kunden geht es dann meist darum, wie sein Produkt zu 100 Prozent recycelt werden kann – unsere Dekorationslösung ist von Hause aus so entwickelt, dass sie auf die Recyclingfähigkeit des dekorierten Produkts keinen negativen Einfluss hat.

Orofin: Jetzt haben wir viel gehört, was KURZ mit den Kunden unternimmt. Was macht KURZ denn selbst zum Thema Nachhaltigkeit?

RH: Wir verstehen uns durchaus auch als Vorreiter – für Kunden und Mitarbeiter. Ein Beispiel: Obwohl wir seit 2018 ausschließlich CO2-neutralen Ökostrom in Fürth nutzen, haben wir dort zusätzlich eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Die leistet zwar nur einen kleinen Beitrag zum dortigen Strombedarf, aber jeder Mitarbeiter sieht sofort, worauf es ankommt – einen Beitrag zu leisten. Besonders spannend ist ein aktuelles Projekt aus Malaysia. Hier wollen wir die Abwärme einer Blockheizkraftwerks nutzen, um Kühlenergie für unsere Anlage zu erzeugen. Darüber hinaus speisen wir seit vielen Jahren unsere Prozesswärme direkt in unsere Maschinen an allen unseren Produktionsstandorten in der Welt zurück. Diese Systeme arbeiten mit Wirkungsgraden von 95% und mehr. Aber wir tun noch mehr: Seit 2019 unterstützen wir durch einen erhöhten Gaspreis Kompensationsmaßnahmen für unseren CO2-Ausstoß. Zudem planen wir, die Parkplätze in Fürth mit Photovoltaikanlagen zu überdachen sowie eine große Solarstromanlage in Sulzbach-Rosenberg, die jährlich CO2 in der Größenordnung von 6.000 bis 7.000 Tonnen einsparen soll. In China haben wir bereits eine Anlage mit insgesamt 20.000 m2 Solarzellen in Betrieb und planen Ähnliches für die USA.

WK: Aber abseits plakativer Zahlen ist Nachhaltigkeit für KURZ ganz klar eine Aufgabe für alle im Unternehmen – jeder kann und soll sein Engagement einbringen. Das ist uns so wichtig, dass wir es in unseren Unternehmenswerten verankert haben. Denn wir sind überzeugt davon, dass wir nur mit nachhaltigen Produkten, Lösungen und Geschäftsmodellen langfristig der richtige Partner unserer Kunden sind. Deshalb tun wir so viel im eigenen Unternehmen und wollen auch nach außen wirken – gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern. Dazu gehört das Denken in geschlossenen Wertstoffkreisläufen genauso, wie etwa Design for Recycling im Produktdesign, oder neue Geschäftsmodelle, mit denen wir nachhaltige Lösungen auf den Weg bringen. Dabei braucht man einen langen Atem, denn vieles von dem, was wir angehen, ist Neuland. Auch das hat bei KURZ-Tradition.


1Cepi: Cepi ist der europäische Verband der Papierindustrie

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Sie haben Fragen rund um das Thema Circular thinking – ? Wenden Sie sich gerne an unseren Ansprechpartner Iris Brackemeier, nutzen Sie dazu einfach unser E-Mail-Formular.

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