Kreislaufwirtschaft – eine Herzensangelegenheit


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Kreislaufwirtschaft – eine Herzensangelegenheit

Nachhaltig wirtschaften ist bei KURZ kein Marketinggag, sondern gelebte Überzeugung, eine Herzensangelegenheit, die mit viel Engagement und Einsatz an Personal und Kapital zum Erfolg geführt wird. So wie RECOSYS®, das weltweit einzige System zur Rücknahme von PET-Reststoffen aus Prägetransferanwendungen – eine echte Pionierleistung und ein Meilenstein auf einem Markt, der gerade erst beginnt, in Themen wie Kreislaufwirtschaft zu denken. RECOSYS hat das Zeug dazu, im PET-Bereich eine echte Kreislaufwirtschaft anzustoßen. Dahinter verbirgt sich eine lange (Entwicklungs-)Geschichte, die viele technische Hürden überwinden musste. Ralph Hopfensitz und Dr. Markus von Beyer haben sie von Anfang an begleitet.

Rasante Entwicklung

Die Entwicklung von RECOSYS® hat rund drei Jahre benötigt, im Grunde genommen ist die Idee zu einer PET-Kreislaufwirtschaft aber schon viel älter. Bereits 2010 hatte KURZ ein Folienrücknahmeprogramm ins Leben gerufen und den Kunden angeboten, das Trägermaterial zurückzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Es zeigte sich jedoch, dass die grafische Industrie damals einfach „noch nicht so weit“ war, denn die meisten Kunden scheuten den Aufwand für das Zurücksenden, und das Programm wurde kaum in Anspruch genommen. Auch zu Beginn der Weiterentwicklung im Jahr 2018 war völlig ungewiss, ob die Kunden das neue Verfahren annehmen würden – Bedenken, die sich als grundlos erwiesen, denn mit RECOSYS hat KURZ den wohl am stärksten schmerzenden Nerv der Industrie getroffen: die effektive und nachhaltige Entsorgung bzw. sogar das werkstoffliche Recycling des Trägermaterials.

Von Praktikern mitgestaltet

Wie sehr das Thema die Verarbeiter betrifft, können Sie in den beiden Interviews mit den RECOSYS-Pilotanwendern, der Edelmann Gruppe und der GRÄFE Druckveredelung GmbH nachlesen. Aber auch für KURZ ist das PET-Recycling eine Herzensangelegenheit – und passt zum Engagement für ein nachhaltiges Wirtschaften, dem sich das Unternehmen nicht zuletzt auf Betreiben der Unternehmerfamilie verschrieben hat. Ralph Hopfensitz erinnert sich an den GL-Beschluss, bei dem die Weichen für die Entwicklung von RECOSYS gestellt wurden: „Auslösendes Moment dafür war, dass sich die Geschäftsleitung während einer Klausur 2018 entschieden hat, zukünftig noch massiver als bisher schon an den Themen Nachhaltigkeit, Recycling und Energieeffizienz zu arbeiten. Diese Aufgaben wurden dann umgehend mit entsprechenden Personalkapazitäten unterstützt und entsprechendes Investitionskapital bereitgestellt.“

Mit den Bereichen Recycling sowie Energy Management entstanden so in kurzer Zeit zwei neue Teilbereiche, die schon im Frühjahr 2019 erste CO2-Einsparungsziele definieren konnten (und die das Unternehmen mittlerweile bereits übertroffen hat). Auch der KURZ Umweltzirkel sucht nach immer weiteren Möglichkeiten zur Einsparung von Energie und Ressourcen. So werden die Produktionswerke Fürth und Sulzbach-Rosenberg mittlerweile zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt. In Sulzbach-Rosenberg werden zukünftig im Jahresdurchschnitt 24 und in Hoch-Zeiten sogar bis zu 100 Prozent des Stroms aus einer landschaftsverträglichen Freiflächensolaranlage stammen, die gerade aufgebaut wird.

Herausforderungen gemeistert

Aber beim PET-Recycling geht es nicht nur um Energie- und Ressourceneffizienz, wie Dr. von Beyer zu berichten weiß: „Aus technischer Sicht hatten wir bei RECOSYS erhebliche Herausforderungen zu meistern, einerseits bei der Materialaufbereitung, andererseits aber auch bei der Überführung in einen Rohstoff, der sich problemlos weiterverarbeiten lässt. Dabei kam uns natürlich unser Know-how in der Kunststoffverarbeitung zupass, aber dennoch war der Weg zu RECOPOUND®, unserem PET-Recyclinggranulat mit höchstem Qualitätslevel, lang und steinig. Immer wieder brachen Spritzgussteile unmittelbar nach der Produktion auseinander, immer wieder mussten wir die Rezepturen und Verfahren anpassen. Aber am Ende stand mit RECOPOUND ein echtes Hightech-Material, das sich auch für anspruchsvolle Spritzgussanwendungen eignet.“

„Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, wonach die zurückgenommenen Träger nicht als Abfall anzusehen sind, sondern als das, was sie tatsächlich sind: ein erstklassiger Wertstoff!”

Ralph Hopfensitz, Senior Vice President Global Technology – Member of the Managing Board, LEONHARD KURZ Stiftung & Co.KG

Und die Kosten?

Um das System aufrechtzuerhalten und die hohen Investitionen und laufenden Kosten zumindest zu einem gewissen Teil zu decken, kann KURZ RECOSYS nicht kostenfrei anbieten, weshalb die zur Rücknahme geeigneten Transferprodukte mit einem kleinen Aufschlag verkauft werden – im Sinne der Nachhaltigkeit und der eigenen Wirtschaftlichkeit, auch wenn sich das System noch lange nicht selbst tragen wird. Diese Notwendigkeit ist nicht jedem Verarbeiter leicht zu vermitteln. Der hohe Kostendruck und die Preissensibilität der Verpackungsindustrie zeigen hier noch Grenzen auf.
Für Ralph Hopfensitz ist in dieser Hinsicht allerdings ein Paradigmenwechsel erforderlich, wonach die zurückgenommenen Träger nicht als Abfall anzusehen sind, sondern als das, was sie tatsächlich sind: ein erstklassiger Wertstoff! „Wir verstehen, dass sich der Kunde zuerst mit dem gesamten Thema auseinandersetzen und für sich erkennen muss, dass es über die Rückgabe von ,Abfall‘ hinausgeht: Mit der Gewinnung und Nutzung eines Wertstoffs führe ich diesen ja schließlich wieder in den Kreislauf zurück, und wir nähern uns dem Closed Loop einen weiteren Schritt.“

„Letztlich wollen wir ein Recyclingmaterial herstellen, mit dem wir neue PET-Folien für unsere eigenen Transferprodukte herstellen können, um den Kreislauf zu schließen.”

Dr. Markus von Beyer, Global Head of EHS & S, LEONHARD KURZ Stiftung & Co.KG

Ein wirklich geschlossener Kreislauf

Das ist auch das Stichwort für Dr. Markus von Beyer, der einen Ausblick in die Zukunft wagt: „RECOPOUND ist bei unserer Arbeit zum Recycling der PET-Träger ein echter Meilenstein. Noch vor zwei Jahren hätten wir nicht einmal davon zu träumen gewagt, diesen zu erreichen. Trotzdem ruhen wir uns nicht auf diesem Erfolg aus. Unser Ziel ist es, den Closed Loop bestmöglich zu realisieren. Dazu laufen unsere Entwicklungen mit Hochdruck weiter und beschäftigen nicht nur die Gruppe Recycling, sondern auch die Kollegen aus der Transferproduktentwicklung und der Verfahrenstechnik. Letztlich wollen wir ein Recyclingmaterial herstellen, das zur Herstellung neuer PET-Folien für unsere eigenen Transferprodukte genutzt werden kann. Erst dieser Schritt schließt den Kreislauf vollständig. Denn womit könnten wir überzeugender für RECOSYS werben als damit, dass wir als Qualitätsführer das recycelte Material selbst wieder einsetzen?“

 


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